1.4.2026

Stellungnahme zur Sicherheitsstrategie der Schweiz 2026

Die SGG nimmt Stellung zur Sicherheitsstrategie der Schweiz

Das Staatssekretariat für Sicherheitspolitik (SEPOS) hat am 12. Dezember 2025 die Vernehmlassung zur sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz eröffnet. Angesichts der vielfältigen Bedrohungslage verfolgt der Bundesrat eine umfassende Ausrichtung der Sicherheitspolitik, die alle relevanten Aspekte der Aussen- und Innenpolitik einbezieht und Akteure der Zivilgesellschaft sowie der Forschung berücksichtigt. Deshalb hat die SGG an der Vernehmlassung teilgenommen und dazu eine Stellungnahme veröffentlicht.

In ihrer Stellungnahme betont die SGG, die Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz gegenüber Desinformation und Polarisierung sei eine der wichtigsten strukturellen Massnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit der Schweiz. Dafür braucht es einen wissenschaftlich fundierten, ideologiekritischen Geschichtsunterricht auf allen Stufen. Bei der laufenden Überprüfung der Lehrpläne muss deshalb ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Stärkung des Geschichtsunterrichts gelegt werden.

Die SGG bemängelt zudem, dass bei der «Förderung der Forschungszusammenarbeit in sicherheitsrelevanten Technologiebereichen» mehrere Forschungszentren und zahlreiche Forschende in den Geisteswissenschaften, insbesondere der Geschichtswissenschaft ausser Acht gelassen werden. Die kritische militärhistorische Forschung trägt erheblich zur Stärkung der wissenschaftlich fundierten Expertise in sicherheitspolitischen Fragen in der Schweiz bei und muss daher sowohl personell als auch finanziell gestärkt werden sowie besser in nationale und internationale Forschungszusammenhänge integriert werden.

Die SGG kritisiert ausserdem, dass das VBS grosse Aktenbestände ohne erkennbaren Grund unter verlängerte Schutzfristen von 50 oder gar 80 Jahren stellt und damit die historische Forschung erschwert, wenn nicht verunmöglicht. Um die damit zusammenhängende wissenschaftlich fundierte Debatte über sicherheitspolitische Fragen zu ermöglichen, bildet ein liberaler Archivzugang zu den VBS-Akten die Grundvoraussetzung für die Stärkung einer kritischen militärhistorischen Forschung in der Schweiz.

Die öffentliche und wissenschaftlich fundierte Debatte wird durch die Publikation relevanter Akten bereichert. Dies zeigt die enge Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Dodis und dem EDA. In ihrer Stellungnahme regt die SGG deshalb an, ein ähnlich gelagertes Projekt für die Akten des VBS und der Schweizer Armee ins Leben zu rufen.

Mit diesen Anregungen und Initiativen kann eine Grundlage für eine historisch informierte, wissenschaftlich fundierte und sachliche Forschung zur Schweizer Sicherheitspolitik in historischer Perspektive gelegt werden.

Zur Stellungnahme.

Zur Vernehmlassungsentwurf.