27.3.2026

Mengele in der Schweiz? Sacha Zala äussert sich in der NZZ

«Was ein ängstlicher Beamter verschliesst, braucht eine mutige Amtsdirektorin, um es wieder zu öffnen.» – Sacha Zala äussert sich in der NZZ zum Fall Mengele

Aufschlussreich über einen möglichen Aufenthalt des NS-Verbrechers Josef Mengele in der Schweiz könnte ein Dossier sein, das im Schweizerischen Bundesarchiv (BAR) liegt. Doch das Dossier steht bis 2071 unter Schutzfrist. Der Historiker Gérard Wettstein will ein vom Nachrichtendienst des Bundes (NDB) abgelehntes Einsichtsgesuch vor dem Bundesverwaltungsgericht anfechten, und die SGG hat ihre Mitglieder eingeladen, das Crowdfunding zu unterstützen.

SGG-Präsident Sacha Zala äusserte sich zu diesem Fall in der NZZ. Im Beitrag von Urs Hafner erklärt er, dass das Mengele-Dossier kein Einzelfall sei, sondern das Symptom eines grösseren Problems: die Tendenz der Verwaltung, Schutzfristen willkürlich zu verlängern. Für die Verwaltung sei es viel zu einfach, Dossiers einer verlängerten Schutzfrist zu unterstellen, indem man sich auf den Anhang 3 der VBGA und auf Art. 12 Abs. 1 BGA berufe. Zala betont: «Was ein ängstlicher Beamter verschliesst, braucht eine mutige Amtsdirektorin, um es wieder zu öffnen.» Bei der Festlegung solcher verlängerten Fristen müssten folglich unbedingt Vertreter:innen der historischen Forschung einbezogen werden. Andernfalls gleichen solche Fristen Zensur, denn das Anfechten abgelehnter Einsichtsgesuche kostet viel Zeit und Geld.

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