27.4.2026

Schweizerischer Wissenschaftsrat (SWR)

Stellungnahme zur geplanten Auflösung des Schweizerischen Wissenschaftsrates (SWR)

Die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) spricht sich entschieden gegen die geplante Auflösung des Schweizerischen Wissenschaftsrates (SWR) aus.

In ihrer Stellungnahme betont die SGG, die Auflösung des SWR würde erstens keine Spareffekte schaffen – im Gegenteil. Der SWR ist ein für die Schweiz typisches Milizgremium, das wichtige Beratungsleistungen kostengünstig erbringt. Die wegfallende Expertise müsste durch deutlich kostspieligere externe Mandate ersetzt werden.

Zweitens ist der SWR als ausserparlamentarische Kommission unabhängig von Sonderinteressen. Der SWR hat dabei immer das gesamte System von Bildung, Forschung und Innovation (BFI) der Schweiz im Blick. Ad-hoc-Arbeitsgruppen oder mandatierte Auftragsforschungen könnten sich die ausgeprägte internationale Erfahrung und Vernetzung sowie die vertrauensvolle Zusammenarbeit des aktuellen SWR nicht leisten.

Drittens erinnert die SGG daran, dass der SWR den Bundesrat seit über 60 Jahren in Fragen der Bildung, Forschung und Innovation berät, indem er aus eigenem Antrieb mittel- und langfristig relevante Themen aufgreift, die noch nicht auf der politischen Agenda stehen. So ist er in der Lage, Fragen vorausschauend zu beantworten und langfristige Lösungsansätze vorzuschlagen. Ein solcher Ansatz unterscheidet sich grundlegend vom kurzfristigen Einbezug von Ad-hoc-Wissen in Krisenfällen oder zur Beantwortung fachspezifischer Fragen.

Viertens weist die SGG darauf hin, dass der SWR eine Gesamtsicht auf das BFI‑System gewährleistet. Vor dem Hintergrund der Relevanz und Komplexität des BFI‑Systems und der Höhe der öffentlichen Investitionen ist diese Sicht, die nur dank der einzigartigen Kombination aus persönlicher Erfahrung der Mitglieder im internationalen Kontext und ihrer Kenntnis der schweizerischen Besonderheiten möglich ist, von überragender Bedeutung.

Die Auflösung des SWR würde für die Schweiz den Verlust einer langfristig orientierten und international vernetzten Stimme in der wissenschafts- und innovationspolitischen Beratung bedeuten. Das BFI‑System braucht die unabhängige Expertise mit systemischer Gesamtsicht, die der SWR bietet. Deshalb fordert die SGG, von einer Auflösung des SWR abzusehen.

Zur vollständigen Stellungnahme.