Tagungen

Die Community zusammenbringen.

Die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte vernetzt Historiker:innen.


Zusätzlich zu den alle drei Jahre stattfindenden Schweizerischen Geschichtstagen organisiert die SGG auch Konferenzen, Workshops und andere Veranstaltungen zu aktuellen wissenschaftspolitischen Themen.

Mehrere in der Schweiz organisierte Anlässe stehen ebenfalls unter dem Patronat der SGG.

Der Treffpunkt für Forschung, Wissenschaftspolitik und Vernetzung.

Die Schweizerischen Geschichtstage finden alle drei Jahre statt. Sie werden von der SGG jeweils in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Geschichte einer Schweizer Universität durchgeführt. Jede Ausgabe ist einem Rahmenthema gewidmet, das von den Instituten der austragenden Universität festgelegt wird. An den Geschichtstagen nehmen zwischen 700 und 1000 Historiker:innen aus dem In- und Ausland und aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten teil. Seit der ersten Durchführung 2007 hat sich der Anlass zu einem zentralen Treffpunkt für die Community etabliert. 

Nächste Geschichtstage

Alle Ausgaben der Schweizerischen Geschichtstage

Veranstaltungen zu aktuellen wissenschaftspolitischen Themen

Anlässe im Jahr 2026

23.10.2026

Generative Künstliche Intelligenz verändert die historische Forschung grundlegend – von der automatischen Handschriftenerkennung über die semantische Erschliessung archivalischer Bestände bis hin zur Auswertung grosser Quellenkorpora. Dabei sind es nicht nur die Erfolge, die den Diskurs prägen dürfen: Ebenso aufschlussreich sind die Grenzen, Fehler und Enttäuschungen, die im Umgang mit KI-Werkzeugen im Alltag der Geschichtswissenschaft auftreten. Die Veranstaltung der Abteilung «Grundlagenerschliessung und Digitalisierung» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) nimmt beides in den Blick, funktionierende Lösungen ebenso wie lehrreiche Misserfolge.

Die Tagung richtet sich an Forschende, Archivar:innen und Bibliothekar:innen, die mit digitalen Methoden und KI-gestützten Werkzeugen arbeiten oder deren Einsatz planen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Anwendungsszenarien: Welche Werkzeuge haben sich in der Praxis in der Aufbereitung historischer Materialien, insbesondere für die Forschung, bewährt? Wo liegen die Erwartungen an die Aufbereitung und Auswertung historischen Materials, und wo verschiebt sich die Aufbereitungsform durch den Einsatz von KI? Ein besonderes Augenmerk gilt der Infrastruktur: Was fehlt, was ist vorhanden und welche Verantwortung tragen GLAM-Institutionen bei der Bereitstellung und Kuratierung von Daten?

In zwei Formaten, dem «Toolmarktplatz» und den «Fail Pitches», wird Raum für einen offenen, praxisnahen Austausch jenseits polierter Präsentationen geschafft. Ergänzt durch ein Podium mit Expert:innen aus Forschung, GLAM, Science und Technologie Studies sowie einem kritischen Abschlussblick soll die Veranstaltung nicht nur den aktuellen Stand der Nutzung generativer KI in den Geschichtswissenschaften kartieren, sondern auch gemeinsam aushandeln: Was braucht die Forschung – und was wird (noch nicht) angeboten?

Der Workshop findet am 23. Oktober 2026, von 09:00 bis 16:30 Uhr statt (Universität Bern).

Programm.

06.11.2026

Tagung «Lehren aus vergangenem Unrecht» in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Sektion der Internationalen Juristenkommission (ICJ-CH)

Die Jahrestagung der Schweizerischen Sektion der Internationalen Juristenkommission (ICJ-CH) zum Thema «Lehren aus vergangenem Unrecht» findet in Kooperation mit der SGG im Kuppelraum der Universität Bern statt (09:30–17:15 Uhr) statt. Wie Gesellschaften mit historischem Unrecht umgehen, ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit. Die Tagung bringt rechtliche, kriminologische, historische, soziologische und psychologische Perspektiven zusammen, um diese Frage interdisziplinär zu beleuchten.

04.12.2026

Konferenz – Angriffe auf Historiker:innen und die Krise der Demokratie
Welche Handlungsoptionen bestehen?

Kritische historische Forschung bildet eine wichtige Stütze demokratischer Gesellschaften. Ohne die Einhaltung rechtlicher Grundlagen und demokratischer Prinzipien sind Historiker:innen und ihre Forschung allerdings gefährdet.
Was bedeutet es für Historiker:innen, wenn Demokratie und selbstverwaltete wissenschaftliche Institutionen angegriffen werden und ihre Legitimität von verschiedenen Seiten in Frage gestellt wird? Wie soll mit der Tatsache umgegangen werden, dass soziale Netzwerke der Wissenschaftsfeindlichkeit eine zunehmend einflussreiche Plattform bieten?

Die von der Abteilung «Wissenschaftspolitik» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) organisierte Veranstaltung bringt drei Organisationen zusammen: Comité de Vigilance face aux usages publics de l’histoire, hist4dem und das Network of Concerned Historians (NCH). Gemeinsam werden bewährte Verfahren ermittelt, um von den Erfahrungen von Forschenden verschiedener Disziplinen zu profitieren und transdisziplinäre Vernetzungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Abgerundet wird die Tagung mit einer Online-Präsentation und einer Diskussion mit Naomi Oreskes über die aktuelle Lage in den Vereinigten Staaten, wobei sie ihre umfassenden Kenntnisse zu Angriffen auf die wissenschaftliche Forschung einbringen wird.

Zum vorläufigen Programm (English Version here).

Die Tagung findet am 4. Dezember 2026 in Bern statt (10.00–17.00 Uhr, Unitobler, Raum F021).
Bitte registrieren sie sich unter diesem Link.

Anlässe im Jahr 2025

01.04.2025

Podiumsdiskussion – Wie lassen sich historische Forschung und Datenschutz vereinen?
Diese Frage steht im Zentrum der von der SGG organisierten Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von Marc Tribelhorn diskutiertien Adrian Lobsiger, Eidgenössischer Datenschutzbeauftragter, Philippe Künzler, Direktor des Bundesarchivs, Sacha Zala, Präsident der SGG.

Anlässe im Jahr 2024

08.11.2024

Workshop zum Thema Archivzugang.

Der Anlass bat drei Panels mit Expert:innen aus verschiedenen Bereichen: Zugang zu den Akten des VBS, Zugang zu Familienarchiven und digitale Oral-History-Projekte.

Panel I: Zugang zu den Akten des VBS

  • Michael Olsansky (Militärakademie der ETH Zürich)
  • Niels Rebetez (Universität Fribourg )
  • Daniel Kohler (Bibliothek am Guisanplatz)
  • Moderation: Flavio Eichmann (Schweizerische Gesellschaft für Geschichte)

Panel II: Zugang zu Familienarchiven

  • Claudia Engler (Burgerbibliothek Bern)
  • Fabio Rossinelli (Universität Genf)
  • Lionel Bartolini (Staatsarchiv Neuchâtel)
  • Moderation: Nadir Weber (Universität Bern)

Panel III: Digitale Oral-History-Projekte

  • Gregor Spuhler (Archiv für Zeitgeschichte ETH Zürich)
  • Heike Bazak (PTT-Archiv, Bern)
  • Cord Pagenstecher (FU Berlin)
  • Moderation: Francesca Falk (Universität Bern)

Programm

Anlässe im Jahr 2023

06.03.2023

Mit der Reform der Eidgenössischen Maturitätsanerkennungsverordnung (MAV) droht die Stundendotation des Fachs Geschichte im Gymnasium reduziert zu werden. Zudem ist geplant, die Politischen Bildung vom Fach Geschichte zu entkoppeln, ohne die Zuständigkeiten und Zeitgefässe verbindlich zu klären. Die Stellung des Geschichtsunterrichts und der politischen Bildung auf Stufe Gymnasium steht somit zur Debatte. Das ist für die Demokratie in der Schweiz eine besorgniserregende Entwicklung.

Die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) lud zu einer Podiumsdiskussion ein, um die gegenwärtige und künftige Position des Geschichtsunterrichts und der Politischen Bildung in den Schweizer Gymnasien zu diskutieren.

Podiumsteilnehmende:
• Dominique Dirlewanger (Gymnase Provence, Lausanne)
• Laurent Droz (Co-Projektleiter WEGM)
• Nadine Masshardt (Nationalrätin SP, BE),
• Olivier Meuwly (Historiker, Mitglied FDP, VD)
• Andreas Würgler (Professor, Universität Genf)

29.06.2023

In Kooperation mit der die Schweizerischen Musikforschenden Gesellschaft (SMG) und der SAGW organiserte die SGG die Tagung «Editionsförderung im 21. Jahrhundert».

Editionen sind elementare Formen der Grundlagenforschung in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie erlauben die Erschliessung und Kommentierung wichtiger, oftmals nur schwer zugänglicher Quellenbestände und Texte für die Forschung sowie für ein interessiertes Laienpublikum. Das Editionswesen erlebt derzeit einen fundamentalen Wandel, der die Art und Weise, wie Editionen entstehen, erheblich dynamisiert: Das digitale (oder hybride) Publizieren nach dem Open-Access-Prinzip hat sich in den letzten Jahren als wichtiger Katalysator erwiesen, um Inhalte rasch und innovativ zu vermitteln sowie deren Zugänglichkeit zu erhöhen. Moderne Editionsprojekte bieten daher auch die Grundlage für die Entwicklung und Erprobung nachhaltiger digitaler Tools, die sich auch in anderen geistes- und sozialwissenschaftlichen Projekten einsetzen lassen.
Die Digitalisierung hat so gesehen zentrale Voraussetzungen geschaffen, um Editionsprojekte im 21. Jahrhundert neu zu denken. Wichtige Forschungsförderungsinstitutionen in Europa haben dies erkannt und finanzieren neue, innovative Editionsprojekte, die dem Open-Access-Prinzip verpflichtet sind. Sie verstehen Editionen als Teil eines grösseren Netzwerks des Wissens und von Wissensträger:innen, das über die kritische Bearbeitung von Textbeständen hinausgeht. In der Schweiz – trotz ihrer reichen Tradition einschlägiger Editionsvorhaben – gibt es hingegen seit 2016 keine Möglichkeit mehr, neue langfristige Editionsprojekte von strategischer Bedeutung finanzieren zu lassen. Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) hat sich aus der Förderung neuer Editionsprojekte vollständig zurückgezogen, ohne dass es alternative Finanzierungsmöglichkeiten auf nationaler Ebene gäbe. 

Ziel der geplanten Tagung war es, Stakeholder aus der nationalen Bildungs- und Wissenschaftspolitik für die Bedeutung von Editionsprojekten zu sensibilisieren und deren Potential für die Zukunft zu skizzieren. Zu diesem Zweck sollten entlang der thematischen Achsen «Finanzierung und Steuerung», «Infrastrukturen» und «Aussendarstellung und Kommunikation» einschlägige Expert:innen aus dem In- und Ausland die Herausforderungen und Chancen moderner Editionsprojekte diskutieren.

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07.11.2023

Der Zugang zu Archiven ist für Historiker:innen und Archivar:innen gleichermassen ein wichtiges Thema. Der Workshop wurde von der Abteilung «Wissenschaftspolitik» der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) und «traverse – Zeitschrift für Geschichte» organisiert.

Audiovisuelle Archive – die Herausforderungen der schieren Menge
Moderation: Alexandre Elsig (EPFL).

  • Felix Rauh (Memoriav)
  • François Vallotton (Universität Lausanne)
  • Anne-Katrin Weber (Universität Basel)
  • Denise Barcella (RTS Archives)

Zugang zu sensiblen Daten und Zugangsverweigerung
Moderation: Thibaud Giddey (Universität Lausanne).

  • Frédéric Deshusses (Archives contestataires)
  • Benjamin Ryser (Staatsarchiv des Kantons Bern)
  • Jonathan Pärli (Universität Basel)

Privatarchive – das Beispiel der katholischen Kirche
Moderation: Alix Heiniger

  • Stéphanie Roulin (Universität Freiburg)
  • Anne-Françoise Praz (Universität Freiburg)
  • Lorraine Odier (Universität Zürich)
  • Rolf Fäs (Archiv des Bistums Basel)

14.11.2023

Im November 2023 organisierte die Abteilung «Grundlagenerschliessung und Digitalisierung» der SGG eine Tagung zum Thema Datenbanken in der Geschichtswissenschaft. Die Tagung hatte zum Ziel, eine Bestandesaufnahme von Datenbanken vorzunehmen, die in der historischen Forschung verwendet werden, sowie best-practices hinsichtlich Funktionsweise und Design zu diskutieren.

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Anlässe im Jahr 2022

Mai 2022

Das BAR hat im Rahmen seiner «Strategie 2021–2025» angekündigt, die bereits jetzt viel zu knappe Öffnungszeiten des Lesesaals weiter zu reduzieren. Dafür soll der digitale Zugang zum Aktenmaterial des BAR weiter ausgebaut werden. Die SGG hält diese Vorgehensweise in Anbetracht der aktuellen Un- zulänglichkeiten des digitalen Zugangs mit seinen mehrwöchigen Wartefristen pro Dossier für nicht zielführend und als hinderlich für die historische Forschung. Solange nur ein Dossier aufs Mal bestellt werden kann und jede Bestellung mit langen Wartefristen verbunden ist, stellt der digitale Zugang keine Alternative für die historische Forschung vor Ort dar. Die SGG hat deshalb im Mai 2022 einen runden Tisch mit Vertreter:innen der historischen Institute, Seminare und Departemente der Schweizer Universitäten, unabhängigen Forschungsinstitutionen und dem BAR organisiert, um die Verantwortlichen des BAR für die Bedürfnisse der Forschung zu sensibilisieren.

Anlässe im Jahr 2021

12.11.2021

Die Abteilung Grundlagenerschliessung der SGG und die Digital Humanities der Universität Bern organisierten den Anlass, um über Chancen und Herausforderungen bei der Konzeption, Herstellung und Pflege von interoperablen Forschungsdaten zu diskutieren. Ein Glossar der einschlägigen Begriffe und ein Katalog der wichtigsten Standards wurde als working paper zur Kommentierung online veröffentlicht.
Der Workshop richtete sich an Mitarbeitende in Projekten mit historischem Fokus, Historikerinnen und Historiker, die mit Daten arbeiten, Dokumente erschliessen und online publizieren, Institutionen mit historischen Beständen und Informatikerinnen und Informatiker, die an geschichtswissenschaftlichen Projekten mitarbeiten.

Programm

Empfehlungen DaSCH

Anlässe im Jahr 2019

27.09.2019

An den Schweizer Universitäten besteht bis zur Stufe Doktorat ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis, anschliessend verringert sich der Anteil an Frauen mit jeder Qualifikationsstufe. Die Abteilung Wissenschaftspolitik der Schweizerischen Gesellschaft für Geschichte (SGG) nahm sich dieser Thematik an und liess Erhebungen zu Geschlechterverhältnissen an ausgewählten Historischen Instituten in der Schweiz, bei der Eingabe und Bewilligung von Anträgen des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und an den Schweizerischen Geschichtstagen 2019 durchführen. Anhand der Resultate sollte an der Tagung die gegenwärtige Situation umrissen und die Diskussion über Entwicklungsmöglichkeiten und Perspektiven angestossen werden.
Nachdem Alix Heiniger (Lausanne) die Resultate aus den quantitativen Erhebungen in einem Überblick präsentiert hatte, kommentierten Vertreterinnen und Vertreter der Historischen Institute, des SNF und der Geschichtstage die Ergebnisse ihrer jeweiligen Institutionen eingehend.
Lucas Burkart (Basel) wies in seinem Kommentar zu den Erhebungen daraufhin, dass das Geschlechterverhältnis in Basel vorbildlich zu sein scheine, sich dieser
Zustand aber mit wenigen Abgängen schnell verschlechtern könne. Regulatorische Vorschriften wie etwa eine Frauenquote sind nach Burkart nicht der richtige Ansatz.
Dass die hohe Anzahl Frauen im Mittelbau ab Postdoc-Qualifikation rapide abnimmt, sei strukturell bedingt. Deshalb gehe es um die Frage, wie ein Umfeld gestaltet werden könne, das für Frauen attraktiver ist bzw. in dem mehr Frauen auf einen Lehrstuhl berufen werden. So müsse man bei Ausschreibungen, Verfahren und Anstellungsbedingungen ansetzen. Generell seien die Strukturen in den Instituten aber sehr hierarchisch, weshalb Veränderungen schwierig durchzusetzen seien.
Julia Richers (Bern) stellte dem Historischen Institut der Universität Bern hinsichtlich des Geschlechterverhältnisses ein schlechtes Zeugnis aus. Auf zehn unbefristete Professuren entfallen acht auf Männer und lediglich zwei auf Frauen, wobei mit der Emeritierung von Brigitte Studer Ende Jahr der Frauenanteil unter Umständen weiter sinkt. Aus den erhobenen Zahlen sei jedoch nicht zu entnehmen, dass auf die im Jahr 2015 neu geschaffenen Dozenturen ausschliesslich Frauen berufen worden seien. Mit diesen Dozenturen wird ein Versuch unternommen, den Flaschenhals etwas auszudehnen. Der momentan tiefe Anteil von Professorinnen ziehe ausserdem den Effekt nach sich, dass diese für sämtliche Kommissionen angefragt würden und die Frauen so einer Mehrfachbelastung ausgesetzt seien.
Bernard Andenmatten (Lausanne) bezeichnete die Situation an der Universität Lausanne mit einer Professorin und vier Professoren als unbefriedigend, fügte aber hinzu, dass die beiden Assistenzprofessuren von Frauen besetzet werden. Allgemein sei auf der höchsten Qualifikationsstufe der Gleichstellungsprozess sehr langsam. Beim SNF sei der Anteil der Frauen bei der Projektförderung mit 20% sehr tief, so Julia Cahenzli (Bern). Der tiefe Anteil decke sich mit anderen Disziplinen der Geisteswissenschaften. Dass deutlich weniger Frauen Projektanträge einreichen, widerspiegle das derzeitige Geschlechterverhältnis bei den Professuren, die meistens die Gesuchstellenden sind. Der SNF hat bereits Massnahmen ergriffen und unter anderem das Förderinstrument PRIMA geschaffen, das ausschliesslich an Forscherinnen vergeben wird. Ein PRIMA-Beitrag soll den letzten Schritt zur Professur ermöglichen.
Regina Wecker (Basel) wies daraufhin, dass sich die Geschlechterverhältnisse an den Schweizerischen Geschichtstagen 2019 je nach Rolle der Panel-Teilnehmenden erheblich unterschieden. Beim Kommentar von Panels war etwa ein Ü bergewicht an Männern festzustellen. Dies widerspiegle ebenfalls die Situation bei den Professuren. Allerdings sei auch bei den Kommentaren eine steigende Tendenz des Frauenanteils beobachtbar.
In der darauffolgenden Podiumsdiskussion wurden verschiedene mögliche Massnahmen diskutiert. Francesca Falk (Bern/Fribourg) stellte die These zur Diskussion, dass die starren Strukturen im Wissenschaftsbetrieb Innovationen und Veränderungen verhindern und forderte deshalb eine Enthierarchisierung der Universitäten. Falk schlug zudem vor, einerseits bei der Besetzung von freien Stellen Quoten vorzugeben, andererseits Berufungskommissionen geschlechterparitätisch zu besetzten. Auch Simon Teuscher (Zürich) plädierte für eine Frauenquote an den Universitäten und ortete die Berufungsverfahren ebenfalls als mögliche Quelle für Ungleichheit. Teuscher vermutete, dass der SNF in dieser Hinsicht professioneller sei, da die Selektionsprozesse rigider gestaltet seien. Sabine Kradolfer (Lausanne) entgegnete hierauf jedoch, dass bei Auswahlverfahren Kriterien der Exzellenz bei Männern und Frauen oft unterschiedlich gedeutet würden.
Eine weitere vieldiskutierte Massnahme zur Enthierarchisierung ist das Jobsharing-Modell bei Professuren. So würde gleichzeitig auch die sonst oft alleinige Verfügungsmacht aufgebrochen, argumentierte Falk und verwies auf die Entwicklungen im Département d’histoire contemporaine an der Universität Fribourg. Die Besetzung einer Professur im Jobsharing habe hier erstaunliche Effekte der Enthierarchisierung in Gang gesetzt, die sich bis in die Arbeitsbedingungen des Mittelbaus fortsetzten. Teuscher hingegen hegte Zweifel gegenüber dem Jobsharing-Modell, das mit weniger Verdienst und dadurch mit weniger Anerkennung in der Gesellschaft einhergehen würde.
Unter den Anwesenden der Tagung bestand Einigkeit, dass hinsichtlich der Geschlechtergerechtigkeit an den Universitäten Massnahmen ergriffen werden müssen. Bei der Frage, welche Massnahmen geeignet seien, um die strukturellen Hürden für Frauen im Wissenschaftsbetrieb abzubauen, gingen die Meinungen auf dem Podium und im Plenum jedoch auseinander. Die angeregte Podiumsdiskussion wie auch die zahlreichen Wortmeldungen aus dem Plenum zeigten deutlich, wie aktuell die Thematik der Geschlechtergerechtigkeit auch in den Geisteswissenschaften ist und strukturelle Veränderungen vonnöten sind, um das Ziel der Geschlechterparität erreichen zu können.

Anlässe im Jahr 2018

21.09.2018

Als Rahmenprogramm zur Generalversammlung vom 21. September führte die SGG in Bern drei Workshops für ihre Mitglieder durch: Sie waren dem Open Access bei historischen Zeitschriften, Problemen und politischen Forderungen beim Archivzugang sowie der sozialen Absicherung freiberuflicher Historikerinnen und Historikern gewidmet.
Derste Workshop wurde von SGG-Generalsekretärin Peppina Beeli geleitet und richtete sich v.a. an die Mitglieder der historischen Fachgesellschaften, die eigene Zeitschriften oder Reihen herausgeben. Der zweite Workshop wurde von SGG-Präsident Sacha Zala geleitet und erläuterte unter anderem die Position der SGG bei der oben erwähnten Evaluation des Bundesgesetzes über die Archivierung. Für den dritten Workshop konnte Hans Läubli, Geschäftsleiter von «suisseculture», gewonnen werden.

Anlässe im Jahr 2017

27.04.2017

Migrationsgeschichte(n)

Die SGG hat sich an der von der SAGW organisierten Veranstaltungsreihe «La Suisse existe – la Suisse n’existe pas» beteiligt und eine Veranstaltung zum Thema «Migration
und Mobilität» durchgeführt.
Sie hat dafür das Format der «Living Research-Library» entwickelt und die Historikerinnen und Historiker Kijan Espahangizi (ETHZ/UZH), Kristina Schulz (UNIBE), Damir Skenderovic (UNIFR) und Christa Wirth (UZH) als «lebendige Bücher» eingeladen. In halbstündigen Gesprächen konnten sich die Besucherinnen und Besucher in kleinen Gruppen mit ihnen über ihre Forschung zur Migrationsgeschichte unterhalten. Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne, Zürich) eröffnete die Veranstaltung und stand als Autor von «Die unheimlichen Ökologen», einer Studie über Ökologie, Migrations- und Bevölkerungspolitik, ebenfalls für Gesprächsrunden zur Verfügung. Die Veranstaltung fand im PROGR in Bern statt und war mit fast 70 Besucherinnen und Besuchern ein grosser Erfolg.

Anlässe im Jahr 2016

19.01.2016

Die Abteilung «Wissenschaftspolitik» beschäftigte sich im Berichtsjahr mit dem Themenkomplex Evaluation, Qualitätssicherung und Leistungsmessung in den historischen Wissenschaften. Sie organisierte zu diesem Thema einen Workshop, für den sie Prof. Martin Lengwiler (Universität Basel) und Prof. Christian Simon (Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat) gewinnen konnte.

Anlässe 2001–2015

17.11.2015

Im Rahmen der Geschichtsdebatten im Zusammenhang mit den historischen Jubiläen 2015 organisierte die SGG in Zusammenarbeit mit der Universität Bern, infoclio.ch und der Firma competentia am 17. November ein Podium zum Thema «Geschichte zwischen Wissenschaft, Publizistik und Politik. Schweizer Geschichte im Jubiläumsjahr». Unter der Moderation von Joëlle Beeler (SRF) diskutierten die Historiker André Holenstein und Bruno Meier, der Journalist Stefan von Bergen und SVP-Nationalrat Peter Keller (SP-Ständerätin Anita Fetz war leider kurzfristig verhindert).

10.10.2014 und 14.10.2014

Der Band Nr. 36 der Reihe «Itinera. Beihefte zur SZG» wurde der Öffentlichkeit mit Podiumsdiskussionen in Firbourg und Bellinzona vorgestellt.

05.04.2014

Im Podiumsgespräch wurde der Faden der Debatten rund um die Produktion «Die Schweizer» aufgegriffen, wobei das Interesse primär grundlegenden Fragen galt, die sich im Spannungsfeld von Geschichtswissenschaften und Publikumsmedien stellen. Unter der Moderation von Sascha Buchbinder diskutierten die Filmwissenschaftlerin Marcy Goldberg, die Regisseurin und Produzentin Andrea Štaka sowie die beiden Historiker Gianni Haver und Achatz von Müller. Dabei ging es um das gegenseitige Interesse von Geschichte und Film, die Ansprüche der Geschichtswissenschaft an Kino und TV, den möglichen Gewinn von Kooperationen zwischen Filmschaffenden und Historikern – kurz: um die gesellschaftliche Bedeutung von Kino und Fernsehen für die Geschichte bzw. der Geschichtswissenschaft für den historischen Film.

06.03.2014

Der Band Nr. 35 der Reihe «Itinera. Beihefte zur SZG» wurde der Öffentlichkeit mit einer Podiumsdiskussionen in Zürich vorgestellt.

07-08.11.2014

In Kooperation mit dem Schweizerischen Juristenverein, der Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins und den Diplomatischen Dokumenten der Schweiz,
hat die SGG am 7. / 8. November 2014 an der Universität Zürich die Tagung «Editionen! Wozu? Wie? Und wie viele?» durchgeführt. Sie war mit über 120 Besucherinnen und
Besuchern ein grosser Erfolg. Initiiert wurde die Tagung von der Abteilung Grundlagenerschliessung.

Bericht vom Abteilungsleiter (französisch)

Organisé avec précision par deux membres du département, Pascale Sutter et Sacha Zala, avec le soutien logistique de Peppina Beeli, secrétaire générale de la SSH, et la collaboration de Tobias Hodel, ce colloque a aussi été porté par les discussions engagées dans les séances du département. Ses membres ont contribué activement au succès du colloque (rédactions de documents préparatoires, exposés, directions de panels, animations de discussions), donnant à la rencontre zurichoise un haut niveau scientifique tout en favorisant les échanges informels. L’équilibre entre les chercheurs suisses et spécialistes étrangers faisant part de leurs expériences était également très réussi. Alors que la présentation de posters permettait de prendre connaissance des différents projets d’édition en cours, les séances plénières ont permis d’aborder des thèmes généraux. Un dialogue a également été engagé avec une représentante du FNS au sujet du financement futur d’importants projets éditoriaux.

21.06.2013

Die Abteilung «Berufsinteressen» führte diesen Workshop in Bern durch. Der Anlass widmete sich den Bedürfnissen, Anregungen und Verbesserungsvorschlägen zur aktuellen Situation rund um Ausschreibungen von Forschungs- und Studienaufträgen für (hauptsächlich) selbständig erwerbende Historikerinnen und Historiker. Die Diskussionsrunde führte Experten aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, von der Seite der Auftraggeber ebenso wie von der Teilnehmerseite bei Wettbewerben, ergänzt durch einen Teilnehmer aus einem anderen Bereich (Ausstellungen). Ziel der Veranstaltung war die Ausarbeitung eines Papiers mit Massnahmen und Standards für Wettbewerbssituatione.

23.04.2013

Die Schweizerische Nationalbibliothek lud gemeinsam mit der SGG zu einem Workshop, der anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Bibliographie der Schweizer Geschichte stattfand.

06.06.2012

Die SGG hat im Anschluss an ihre Generalversammlung am 6. Juni eine Tagung zum Thema «Publizieren in Geschichte» veranstaltet, die auf grosses Interesse gestossen ist. Es referierten Gudrun Gersmann, Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit und Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Paris, und Urs Hafner, zuständig für historische Themen bei der Neuen Zürcher Zeitung und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kommunikationsabteilung des Schweizerischen Nationalfonds.

08.04.2011

Wie das Promotionsstudium in Zukunft aussieht, was es auszeichnet und wozu es dient, wird derzeit kontrovers diskutiert. Im Kontext der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist diese Debatte zu begrüssen. Gleichzeitig gilt es zu bedenken, dass es aus Sicht der Geschichtswissenschaften nicht nur die Möglichkeit strukturierter Promotionsstudiengänge gibt, sondern eine Vielfalt an Wegen zur Promotion existiert; daher ist für die Zukunft auch zu prüfen, was sich bewährt hat.
Dennoch hat der Verzicht auf einheitliche Vorgaben (Bologna III) und die Übertragung der Verantwortung des Promotionsstudiums an die Universitäten die wissenschaftspolitische Debatte neuerlich angestossen. Es sind damit Fragen nach Finanzierung, Strukturierung, thematischer/n Ausrichtung(en), Kooperation und Konkurrenz aufgeworfen. Zugleich entstehen derzeit an den Schweizer Universitäten ebenso zahlreiche wie unterschiedliche Modelle strukturierter Promotionsstudiengänge. Angesichts dieser Situation will die SGG zur Postgraduiertenförderung Stellung nehmen und deren Weiterentwicklung diskutieren. Dabei geht es nicht darum, auf eine Homogenisierung der Angebote hinzuwirken oder das strukturierte Promotionsstudium zum Königsweg zu erklären.

An der Tagung wurde vielmehr über die derzeitigen Promotionsangebote der Schweizer Universitäten im Fach Geschichte informiert. Zugleich wurden die damit verbundenen wissenschaftspolitischen Fragen identifiziert.

16.10.2004

Die Abteilung «Berufsinteressen» hat anlässlich der SGG-Generalversammlung die Tagung «Geschichte und Ethik» organisiert und durchgeführt. Die ReferentInnen haben den unter der Federführung des ehemaligen Abteilungsleiters Dr. Peter Hug von der Abteilung erarbeiteten Ethik-Kodex aus unterschiedlichen Perspektiven eingehend gewürdigt. So hat Prof. Dr. Jörg Paul Müller (Universität Bern) die verfassungsrechtlichen Aspekte der Freiheit der (historischen) Forschung erläutert; Anton De Baets (Universität Groningen, NL) grundsätzliche Gedanken zu Ethik-Kodexen der Historiker aus internationaler Perspektive eingebracht; Marc Vuilleumier (Universität Genf) die konkreten Probleme bei der Arbeit der HistorikerInnen diskutiert; Dr. Markus Zürcher (SAGW) den Kodex aus der Sicht der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften gewürdigt und Prof. Dr. Ulrich Zimmerli (a. Ständerat und Präsident Förderverein Bundesarchiv) die politische Perspektive erläutert. Anschliessend hat die Generalversammlung den Ethik-Kodex einstimmig verabschiedet.

Die SGG kann lokale Initiativen durch ihr Patronat unterstützen.

Unterstütze Veranstaltungen

28-31.05.2026

Il tema della 3a edizione di Echi di Storia Festival, “Popoli”, deriva dal desiderio di affrontare dal punto di vista storico e culturale le ragioni che spingono gli esseri umani a riconoscersi in un comunità unità da esperienze e caratteristiche comuni.

10-13.04.2025

Il tema della 2a edizione di Echi di Storia Festival, “Margini”, nasce dalla volontà di esplorare le zone di confine, le periferie della storia e le voci rimaste ai suoi bordi.

06-09.06.2024

Il tema della 1a edizione di Echi di Storia Festival, “Coraggio”, scaturisce da una serie di suggestioni generate dalla contemporaneità. Coraggio, che vuol dire etimologicamente „avere cuore“, è la volontà di affrontare la sofferenza, il dolore, il pericolo, l’incertezza o l’intimidazione.

12-13.09.2024

Am 12. und 13. September 2024 fand die DigiHistCH24-Konferenz statt, organisiert vom Departement Geschichte der Universität Basel. Die Veranstaltung stand unter dem Patronat von infoclio.ch, dem Verein „Geschichte und Informatik“ und der SGG.

Die Konferenz widmete sich der historischen Forschung im digitalen Zeitalter, der digitalen Kompetenz und der algorithmischen Kritik. Sie bat eine Plattform für den Austausch über innovative Forschungsmethoden, den Einsatz digitaler Werkzeuge und den Umgang mit digitalen Quellen.