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Nationalmuseum, Schweizer Geschichte und moderne Gesellschaftgeschrieben von Roger Sablonier
Die am 1. August 2009 eröffnete neue Dauerausstellung des Landesmuseums in Zürich zur „Geschichte der Schweiz“ stösst nach wie vor auf grosses Interesse eines breiten Publikums. Die inhaltliche und ausstellungsmethodische Qualität des Dargebotenen bleibt allerdings umstritten, und seit einer heftigen öffentlichen Kontroverse Ende 2009 reisst die Diskussion nicht mehr ab. Darauf muss hier nicht eingegangen werden. Immerhin stellen sich in diesem Zusammenhang einige grundsätzliche Fragen zur Stellung und Funktion des Nationalmuseums in der Gegenwartsgesellschaft. Heutige Bedingungen der musealen Kulturvermittlung wie aber auch der Wandel von Auffassungen über das, was als „Schweizer Geschichte“ verstanden werden soll, müssen dabei gleichermassen ins Blickfeld rücken. Eine öffentliche Diskussion zu diesen Fragen scheint mir mehr denn je notwendig zu sein. Historikerinnen und Historiker sollten sich daran beteiligen. Die nachfolgend formulierten Überlegungen, Argumente und Forderungen sind als Vorschlag für eine erste Diskussionsbasis gemeint.
Als Nationalmuseum bezeichnet wird seit dem 1. Januar 2010 bekanntlich der als selbständige Anstalt des Bundes geführte Verbund von Landesmuseum in Zürich, Château de Prangins, Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz und Sammlungszentrum Affoltern am Albis. Die vom Bund finanzierten nationalen Museumsinstitutionen dienen allgemeinen kulturpolitischen Zielen des Bundes. Auf Gesetzesebene massgebend ist neben den allgemeinen Grundlagen zur Kulturförderung das neue Bundesgesetz über die Museen und Sammlungen (MSG), das vom Parlament am 12. Juni 2009 nach langen und schwierigen Beratungen beschlossen worden ist. Mit der Absicht, „das Bewusstsein der Bevölkerung für die Kulturen der Schweiz zu stärken“, soll durch die Museen und Sammlungen gleichzeitig ein „Beitrag zu einem attraktiven Bildungs-, Wissenschafts-, Wirtschafts- und Tourismusstandort Schweiz“ geleistet werden. Nebst weiterem formuliert das neue Gesetz die Aufgaben in Anlehnung an die in internationalen Standards definierten Museumsfunktionen: sammeln, erhalten, erforschen, vermitteln. Umgesetzt auf die spezifische Situation geht es darum, „das materielle und immaterielle Gedächtnis des Landes“ zu pflegen, Sammlungskonzepte zu entwickeln, Objektforschung zu betreiben und der Bevölkerung „Themen zu Gesellschaft, Kulturen und Identität der Schweiz“ zu vermitteln. Diese Vermittlung umfasst insbesondere Ausstellungen und Veröffentlichungen, mit denen der „Zugang des Publikums zur Kultur“ ermöglicht wird. Über die allgemeinen Bestimmungen hinaus regelt das neue Bundesgesetz sodann ausführlich die besonderen rechtlich-institutionellen und organisatorischen Belange des Nationalmuseums. Vorausgeschickt wird ein kurze Formulierung zu den spezifischen Aufgaben: Das Nationalmuseum hat demnach die allgemeinen Aufgaben – siehe oben – „im kulturhistorischen Bereich“ zu erfüllen. Dazu gehören „insbesondere (a) die Darstellung der Geschichte der Schweiz, (b) die Auseinandersetzung mit der Identität der Schweiz“ und (c) die Beratung und Unterstützung anderer Museen und Sammlungen. Der Geschichte der Schweiz wird also für alle Museumsaktivitäten ein klarer Vorrang zugemessen. Mit „Geschichte der Schweiz“ ist allerdings nicht einfach ein Thema genannt. Vielmehr schreibt dies der Museumsaktivität eine Funktion in der politischen Gedächtniskultur zu. Letztlich besitzt die Auseinandersetzung mit der schweizerischen Identität – zwar nicht nur, aber sicher immer noch stark – ebenfalls einen historischen und erinnerungspolitischen Aspekt. Die von allen Seiten, von der Politik und vom interessierten Publikum so gut wie von der Wissenschaft, gewünschte Ausrichtung der Museumsaktivitäten auf die Schweizer Geschichte entspricht einem in den letzten Jahrzehnten – wie schon um 1900 – wieder stark gestiegenen, allgemeinen Interesse an Geschichte und Kultur in nationalen Räumen. Letzteres ist auch andernorts in Europa, etwa in Deutschland und Spanien, also nicht etwa nur in EU-kritischen Ländern, zu beobachten. Alles klar für das Museumskonzept im Nationalmuseum? Die grosse Mehrheit des Parlaments hielt 2009 die Fixierung auf eine geschichtliche, national orientierte (für die meisten allerdings nicht: nationalistische im Sinne der alten Nationalgeschichte) Erinnerungskultur offenbar für unproblematisch. Die Voten waren durchwegs positiv, teilweise allerdings eher skurril. Der von rechts vorsorglich erhobene Drohfinger, dann nicht etwa „die falsche Geschichte wie vor zehn Jahren“ zu betreiben, ging einher mit einem von links geäusserten, ganz unerwartet emotionalen Bekenntnis zur Identititätsförderung durch Geschichtspflege, und aus der Mitte verwies ein Parlamentarier auf ein Buch zur Schweizer Geschichte, das der von ihm namentlich angeführte Autor gar nicht geschrieben hat (!). Den praktischen Gesetzgebungsvorgang hat es mit Sicherheit ungemein erleichtert, wenn nicht allzu intensiv über das, was Schweizer Geschichte eigentlich sein soll, diskutiert wurde. Immerhin war es gelungen, die Organisation zu regeln und sich über die politischen Leitplanken nicht zu zerstreiten. Letztlich siegte die im Hintergrund immer noch in den Köpfen präsente Vorstellung, es gebe schliesslich in einer Nation auch eine Geschichte, das Museum zur Geschichte müsste also gewissermassen das kulturelle Gedächtnis der einen Heimat Schweiz bedeuten, gleichsam als virtuelle Einheit in einem Land der ausgeprägten regionalen Eigenheiten und Partikularismen. Allerdings: In Tat und Wahrheit haben damit die Probleme erst recht begonnen. Zwar hat das Thema „Geschichte im Museum“ schon immer Diskussionen nach sich gezogen und wird dies weiterhin tun, für „Geschichte der Schweiz“ gilt dies erst recht. Gerade das macht es notwendig, dieses Problemfeld wieder einmal inhaltlich von der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Situation her anzugehen. Denn schon seit Jahrzehnten ist „Schweizer Geschichte“ nicht mehr der schul- und politredengängige patriotische Erbauungsstoff von einst, und die Nationalmuseen sind längst nicht mehr die verstaubten Bastionen der Objektfetischisten oder gar die heiligen Hallen für nostalgische Patrioten und elitäre Bildungskreise. Wie aber präsentiert sich das Neue, sowohl auf Seite der Museumspräsentation wie auf jener der Geschichtsdarstellung? Auf der Seite der Museen hat sich die Situation in letzter Zeit gründlich verändert. Erfreulicherweise kommt heute wie vielen anderen Museen auch dem Nationalmuseum mit Wechselausstellungen und weiter gefassten kulturellen Aktivitäten eine wichtige, zeitgemässe und für ein weites Publikum zugängliche allgemeine Funktion in der kulturhistorischen Vermittlungstätigkeit zu, weit über die traditionelle, mit dem Sammlungszentrum kompetent angegangene Kulturerhaltungstätigkeit hinaus. Das stellt hohe Anforderungen. Problematischer gerade für Ausstellungen ist die Tatsache, dass gewichtige Traditionen heute als Hypotheken gelten müssen: Als Beispiel ist der auf die damalige Museumskonzeption zugeschnittene Bau des Landesmuseums in Zürich zu nennen, der von den modernen Museumsmachern als grosse Belastung empfunden wird – ob zu Recht, bleibe beispielsweise für den Bahnhof- und den Westflügel, die ja für sich selber Denkmalcharakter besitzen, dahin gestellt. Noch viel mehr als Hürde ins Gewicht fällt die historisch gewachsene Struktur der Objektsammlung. Sie weist mit ihren mehr als 1 Million Objekten über alles gesehen immer noch deutlich kunsthistorische und kunstgewerbliche, frühgeschichtlich-archäologische und zürcherische Schwerpunkte auf. Und sie war letztlich wechselnden Konzepten, Kuratoreninteressen und Zufällen ausgeliefert. Zudem steht diese Sammlung anders als zur Entstehungszeit in der heutigen Museumslandschaft in Konkurrenz zu zahlreichen anderen Museen und Sammlungen mit nationalem, regionalem und lokalem Charakter. Mit neuen Grundsätzen zur Sammlungspolitik, die richtigerweise recht offen und flexibel gehalten werden – etwas anderes ist kaum möglich –, wird heute der Überlieferungsbildung in der Gegenwartsgesellschaft vermehrt Rechnung getragen. Die Auswahl der Objekte richtet sich stärker als früher nach der Signifikanz für das soziale und kulturelle Leben aller Bevölkerungskreise. Das stellt bei der heutigen Überflutung der alltäglichen Objektwelten mit unzähligen Gebrauchs- und Luxusobjekten und bei einer globalisierten Massenproduktion immer wieder vor schwierige Entscheidungen. Sollen zur Sammlung auch die alltagswichtigen Pampers und Gartenschläuche gehören? Die Modernisierung der Sammlung mit der kulturerhaltenden Pflege des Bestehenden zusammen zu bringen, ist keine leichte Aufgabe. Was den Bereich der musealen Vermittlung angeht, haben sich die Rahmenbedingungen ebenfalls beträchtlich verändert. Die grundsätzlichen Aufgabenstellungen im Bereich von Präsentation gerade im historischen Museum sind zwar die gleichen geblieben: Es gilt, mit Objekten historische Zusammenhänge aufzuzeigen und vergangene Lebenswelten anschaulich zu machen. Diese Aufgabenstellung zu erfüllen kann als gesellschaftliche Wertschöpfung für Bildung und Unterhaltung verstanden werden, hier Wertschöpfung aus Zeugnissen der historischen und – sammlungsgerecht – insbesondere der materiellen Kultur. Die Objekte, als greifbare Zeugnisse der historischen Sachkultur, sprechen immerhin nur zum geringeren Teil selbst, wenn sie nicht mit Erklärungen und visueller Kontextbildung zum Sprechen gebracht werden; die Kunst besteht bekanntlich darin, dazu Wege ohne jede aufdringliche Didaktisierung, ohne den pädagogischen Furor noch der 80er-Jahre, zu finden. Auf die Darbietungsoptionen wirken sich heute höhere Standards der Konservierung und Erhaltung stark aus. Noch viel mehr tun dies die Veränderungen der Seh-, Lern- und überhaupt der Informationsgewohnheiten. Die medialen bzw. kommunikativen Bedingungen im Museum mit Computeranimation, neuen technischen Möglichkeiten der Szenografie und der Vermittlung über digitale Medien, mit den zusätzlichen Informationsmöglichkeiten über Internet und andere Wege, haben sich gewandelt. Der Einsatz von Rekonstruktionen, szenischen Installationen und je nachdem Living-History-Elementen ist üblich geworden; Authentizität und Originale bleiben – wie schon immer – auch so Elemente von besonderer Attraktivität. Zudem: Den Auswirkungen der Marktlogik in der boomenden Entertainment- und Kulturindustrie kann sich das Museum nicht entziehen. Dass die intensiv werbungsgestützte Vermittlung heute das Museum durch thematisch attraktive Wechsel- und Sonderausstellungen vermehrt als Ort neuer Bildungsinhalte, der Reflexion und der Besinnung zur Geltung bringt, ist positiv. Gute Unterhaltung durch Spielerisches, durch inszenierte Highlights und Wow-Effekte, der geschickte Einsatz von persönlich gestalteter Interaktivität durch geeignete Führungspersonen, eine originelle und visuell eindrückliche Architektur – all dies gehört heute dazu. Neue Formen der Vermittlung, trendige Unterhaltungseffekte, gute Architektur und geschickte Werbung, wie sie gerade die Marktlogik des Publikumszuspruchs erforderlich macht, können den angestrebten breiten Zugang zu Bildung und Kultur bei heutigen Lern- und Sehgewohnheiten durchaus fördern. Können! Spielwütiger Kulturkonsum im szenografisch emotionalisierten Erlebnistheater kann nicht das letzte Ziel sein. Das Museum darf schon etwas mehr bieten als das, was designtrunkene Szenografen und marktmachtgierige Museumsmanager sich vorstellen. Immerhin ist im Gesetz unter den Zielen von nationalem Interesse der attraktive Bildungs- und Wissenschaftsstandort zuerst genannt, und das ist keine blosse Floskel. Die vermehrte Ausrichtung der Museen auf die Marktlogik der Publikumszahlen sollte nicht mit dem – auch inhaltlich zu bestimmenden – Service public verwechselt und plump als Demokratisierung des Kulturzugangs verkauft werden, und das Museum ist kein Alltagsmedium. Das Publikum ist ausserdem nicht zu unterschätzen. Qualitätsfragen dürfen trotz eines durch intensive Werbung herbeigeführten Publikumserfolgs gestellt werden. Nicht nur Wissenschaftler interessieren sich sehr dafür, was Objekte und Bilder an geschichtlichen Informationen übermitteln können. Soweit zum Museum. Das Feld der Schweizer Geschichte, auf der andern Seite, ist dank wichtigen Veränderungen im Geschichtsverständnis wesentlich weiter, zugleich aber auch schwieriger begehbar geworden. Diese Geschichte lässt sich schon von der Wissenschaft her nicht mehr auf einen chronologisch linearen, nationalen Plot der politischen Ereignis- und Verfassungsgeschichte reduzieren. Das zeitgenössische Publikum verlangt mit vollem Recht mehr von der Schweizer Geschichte als trockene Territorialgeschichte, langweilige Faktenkataloge und rückwärtsgewandte Vaterlandsmythen. Gleichzeitig wird eine affirmative Umdeutung der Konflikte, Ungleichheiten und unschönen Ereignisse zur nationalen Erfolgsgeschichte rascher als früher als politische Lebenslüge durchschaut. Neuere Erkenntnisse gibt es auf vielen Ebenen und für alle Zeitstellungen: über politische Prozesse als Aushandlungsvorgänge und Auseinandersetzung um Ressourcenverteilung, über wirtschaftliche und soziale Zustände und Veränderungen wie den Weg von der Agrar- zur Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, über kulturelle und mentale Strukturen und Wandlungsvorgänge wie die Entwicklung von Kommunikationskulturen, über die sozialen Ungleichheiten und die nach kulturellen und sozialen Gruppen ganz unterschiedlichen Denkweisen und Lebenswelten, über geschlechtergeschichtliche Aspekte und noch einiges mehr. All das sind Themen und Fakten, die heute auf allgemeines Interesse stossen und an denen eine Darstellung der Schweizer Geschichte nicht vorbeigehen kann. Zudem haben die aktuellen politischen Auseinandersetzungen um die Stellung der Schweiz in Europa gerade in dieser Richtung das Bedürfnis nach historisch fundierten Kenntnissen gestärkt. Die nach meiner Erfahrung immer noch häufigste Frage von Nichtfachleuten an den Wissenschaftler punkto Schweiz ist zwar immer noch jene nach der „Entstehung“ der Schweiz. Aber die viel allgemeiner ausgerichtete Neugier nach kulturellem Orientierungswissen über das Leben und Denken der Menschen im heute schweizerischen Gebiet, und zwar aller Menschen und zu allen Zeiten in der Vergangenheit, ist mindestens ebenso stark vorhanden. Präsentationen im historischen Museum können dieses Bedürfnis mit historischen Objekten und Bildern auf hervorragend anschauliche Weise befriedigen. Wird damit das Nationalmuseum als Institution überfordert? Kann es eine solche Geschichte überhaupt darstellen bzw. ausstellen? Voraussetzung bleibt ein zeitgemässes und klares Museumskonzept. Es gibt dafür kein Patentrezept, dennoch lassen sich einige Grundsätze aus meiner Sicht formulieren und zur Diskussion stellen. Mit der Qualifizierung als „nicht ausstellbar“ ist jedenfalls vorsichtig umzugehen. Eine Diskussion um Grundsätze profitiert davon, dass um ein Konzept für das Landesmuseum seit der Errichtung 1898 immer wieder und teilweise ganz heftig gestritten worden ist, Argumente, Erfahrungen und Optionen also reichlich vorhanden sind. Und in den fast schon epischen Diskussionen um ein neues deutsches Museum der Geschichte, wie sie vor allem für die Jahre 1986/87 dokumentiert sind und wie sie zur Realisierung in Berlin (Deutsches Historisches Museum, eröffnet 2006) geführt haben, sind schon fast bis zum Overkill alle möglichen Gesichtspunkte zur Sprache gekommen. Die 2009 neu gestaltete Dauerausstellung zur Schweizer Geschichte im Landesmuseum in Zürich bietet zudem Anschauungsunterricht für nicht wenige Schwierigkeiten. Neuerdings gelegentlich als „Mission impossible“ bezeichnet, muss aus meiner Sicht an diesem Beispiel zumindest über wichtige konzeptionelle Grundprobleme nachgedacht werden, nicht zuletzt aus dem Vergleich mit dem neuen Deutschen Historischen Museum. Wie kann die notwendige Verknüpfung zwischen einer Ordnung nach Themen und einer Gliederung nach der Chronologie bzw. nach Epochen sichergestellt werden? Das ist in Zürich nicht befriedigend gelöst. Ebenso unbefriedigend ist hier die recht eigentlich museumswidrige Trennung von Sammlungspräsentation und Themendarstellung; es müsste möglich ein, Themen aus der Sammlung heraus darzustellen. Der „Mut zur Lücke“ ist unabdingbar – wird aber damit nicht auch eine krasse Einseitigkeit kaschiert, die in beliebiger Weise ganze Regionen, Epochen, Bevölkerungsteile und wichtige Objektgruppen weglässt? Wie lässt sich die fast völlige Absenz der mit Objekten anschaulich zu machenden materiellen Lebenswelten der Menschen im Raume der Schweiz begründen? Gerade das Museum ist doch der Ort, wo diese Anschauung möglich, alles sozusagen greifbar gemacht werden könnte. Diese und weitere Mängel der neuen Dauerausstellung – nur von der Dauerausstellung ist hier die Rede – beeinträchtigen in Zürich unnötig die sehr intensive Vermittlungsarbeit durch Führungen. Die gute Arbeit mit den Wechselausstellungen kompensiert die Schwächen nicht. Nicht zuletzt die Problematik der neuen Dauerausstellung in Zürich führt hin zu allgemeineren Fragen in einer Diskussion, welche grundsätzlich die Funktion eines Nationalmuseums in der schweizerischen Gegenwartsgesellschaft zur Debatte stellt. Aus einer Sicht würde ich dafür zunächst einmal fünf allgemein gefasste Argumentationsfelder vorschlagen. (1) Das Nationalmuseum müsste in der Vermittlung die Wertschöpfung aus den bestehenden (und im Sinne der Objekt-Überlieferungsbildung sich ständig erweiternden) Sammlungen prioritär setzen. In der Darstellung von Schweizer Geschichte sind dabei alle – wirtschaftliche, soziale, politische und kulturelle – Gegebenheiten gleichmässig zu berücksichtigen. Gerade deshalb müssen die Mittel für die wissenschaftliche Betreuung der musealen Institutionen und Aktivitäten massiv erhöht werden. Das bildet gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung für die im Gesetz geforderte Kooperation und Ausbildungstätigkeit. (2) Die Berücksichtigung aller Regionen und Landesteile, zudem die Vertiefung auf alle Epochen und Zeitabschnitte, und andere Abdeckungsbedürfnisse wie etwa die fachliche Beratung kleinerer Museen in den Regionen gehören zu den unabdingbaren Erfordernissen. Zu diesem Zweck muss die Möglichkeit, die drei „Häuser“ des Nationalmuseums konzeptionell besser zu verknüpfen (auch im Sinne der gegenseitigen inhaltlichen und zeitlichen Ergänzung), zudem weitere Museen und Sammlungen auf angemessene Art in ein Gesamtkonzept schweizerischer Museumslandschaft – bis hin zu Ortsmuseen – einzubinden, konkreter als bisher verwirklicht werden. Auf diesem Weg könnte das Problem viel besser angegangen werden. Über ein solches Gesamtkonzept hätte eine offene Diskussion stattzufinden. (3) Kulturvermittlung im Nationalmuseum hat sich verschiedenster Modelle und Techniken zu bedienen. Sind darunter Dauerausstellungen als „umfassende“ Gesamtdarstellungen – so die Werbung aus Zürich – als Überblick im weiten Feld der „Schweizer Geschichte“ möglich und noch zeitgemäss? Die Frage stellt sich unter heutigen Verhältnissen der gezielten Vermarktung, die von der ständig erneuerten Aufmerksamkeit und Beachtung möglichst vieler Kunden lebt, ganz dringend. Wechselausstellungen sind naturgemäss flexibler und können sich aktuellen Bedürfnissen und Strömungen viel besser anpassen. Und nicht nur das: Die Abkehr von einer einfachen, linearen und national einheitlichen nationalpädagogischen Geschichtserzählung, einst die Grundlage eines nationalen Ausstellungskonzepts, zugunsten einer viel breiteren Vermittlung von kulturellem Orientierungswissen aus einer weit über die traditionelle Nationalgeschichte hinaus weisenden Landesgeschichte verändert die Grundlagen der Erinnerungspolitik. Die Abkehr entspricht nicht nur den Herangehensweisen heutiger Geschichtswissenschaft, sondern zugleich und selbstverständlich den Bedürfnissen einer modernen schweizerischen Gesellschaft. Diese weist heute ein stärker fragmentiertes kollektives Gedächtnis auf als es in Krisenzeiten des 20. Jahrhunderts der Fall war, und das macht die Sache nicht einfacher. Dennoch behält ein Überblick im Sinne einer Gesamtdarstellung seine Berechtigung; zumindest sollte über dieses Problem ebenfalls eine öffentliche Diskussion stattfinden. Für den Überblick besteht eine nicht zu übersehende Nachfrage, zum Beispiel von Seiten ausländischer BesucherInnen und für Schulklassen, aber auch von vielen „Normal“- und GelegenheitsbesucherInnen, und nicht nur von da her. Zwischen dem in einer Dauerausstellung anzustrebenden, relativ dauerhaften – d.h. vielleicht auf 10-15 Jahre angelegten –Gesamtüberblick zur Landesgeschichte und der in der Umsetzung unumgänglichen Praxis des Auswählens von Themen und Objekten kluge, ausgewogene und attraktive Verbindungen zu schaffen, stellt ohne Zweifel eine echte Herausforderung dar. Wenn es mit Bezug zur Geschichte ein Museum gibt, das sich dieser Herausforderung stellen muss und dazu grundsätzlich die nötigen Mittel besitzt, dann ist es das Nationalmuseum. (4) Für ein zeitgemässes Nationalmuseum gibt es nicht bloss die eine nationale Kultur. Im politisch-sozialen Selbstverständnis der Schweiz sind ja die verschiedenen Kulturen traditionell sehr stark regional bestimmt. Die – ohne staatsbedrohenden Streit gelebte, im Alltag selbstverständliche sowie demokratisch-rechtsstaatlich geregelte – Vielfalt in Zeit, Raum und Sache ist ein entscheidendes Merkmal der schweizerischen Gesellschaft. Eine stärkere regionale Dezentralisierung der Ausstellungshäuser des Nationalmuseums – die Idee ist nicht etwa neu – ist deshalb ein prüfenswerter Weg. Eine Dezentralisierung sollte allerdings nicht gegen die ausgewiesenen Erweiterungsbedürfnisse in Zürich ausgespielt werden. Der Vorteil läge auf anderen Ebenen: Die geforderte landesweite Präsenz wäre besser zu erreichen. Und der bisher ungenügend erfüllten Forderung, dass die Darstellung der Geschichte der Schweiz im Nationalmuseum konzeptionell alle Regionen dieser Schweiz zu berücksichtigen hat, könnte ebenfalls besser nachgekommen werden. Das Sammlungszentrum würde dafür günstige technische Voraussetzungen schaffen. Was müsste unbedingt in Zürich gemacht werden (nicht etwa wenig), was nicht (ebenfalls nicht wenig)? (5) Das Nationalmuseum muss, alternativ oder ergänzend zur regionalen Dezentralisierung, den gegenseitigen Austausch von eng definierten Einzelbeständen (mit Themen oder herausragenden Objekten) mit kantonalen, regionalen und sogar lokalen Museen forcieren. Es ist ja nicht mehr so wie zu Anfangszeiten, als im Landesmuseum einige leere Vitrinen noch mit Vorhängen abgedeckt werden mussten, weil zu wenige Objekte vorhanden waren. Eher ist in beunruhigender Weise das Gegenteil der Fall. Die Gründe für die immer wieder zu hörenden Klagen, dass die Bestände des Landesmuseums über das individuelle Kuratorenwissen hinaus schlecht erschlossen und damit von aussen nicht richtig erfassbar seien, müssten gezielt und mit grosser Priorität beseitigt werden. Nur damit könnte das wichtigste Hindernis für eine solche produktive Strategie der Zusammenarbeit mit anderen Museen – wie es vom Gesetz ebenfalls ausdrücklich gefordert wird – weggeräumt werden. Der Verpflichtung, mit einer kritischen Diskussion solcher und anderer grundsätzlicher Fragen den Ort und die Funktion des Nationalmuseums in der Gegenwartsgesellschaft als Museum der Geschichte sachgerecht und zeitgemäss neu zu bestimmen, sollte man sich stellen. „Man“: Die Zukunft des Nationalmuseums kann nicht bloss das Anliegen der auf das reibungslose Funktionieren fixierten Politikverantwortlichen und der vom Kulturmarkt vereinnahmten Museumsleitungen sein, auch nicht bloss ein Thema einiger von Besucherzahlen gelegentlich regelrecht hypnotisierten Medienleute. Intensiver als bisher müssten zuhanden der öffentlichen Diskussion auch Historiker und Historikerinnen die eminente Bedeutung der Sachüberlieferung anerkennen und das grosse Gewicht einer inhaltlich gehaltvollen und ausstellungsmethodisch gekonnten musealen Vermittlung von Geschichtsvorstellungen wahrnehmen, und dies eben gerade beim Nationalmuseum. Geschichtswissenschaft und fachgestützte Geschichtsdarstellung können auch im Nationalmuseum ihren Beitrag zur Kulturvermittlung und zur Erinnerungskultur leisten, sogar an hervorragender Stelle.
Zum Beitrag von Roger Sablonier (8.4.2010)
Die Verantwortlichen der neuen Dauerausstellung im "Nationalmuseum" haben sich entschlossen, eine (die!) Geschichte der Schweiz zu erzählen und sie mit Objekten aus dem eigenen Fundus und zahlreichen Kopien vor allem auch von Manuskripten und Büchern zu illustrieren. Im Abspann des Museumsrundgangs, im Raum, in dem auch das Objekt des Monats ausgestellt ist, verkündet eine Tafel das Selbstverständnis der Museumsmacher als Macher von Geschichte. Dieser Vorgehensweise und damit dem aktuellen Disput zwischen Historiker und Museumsleitung liegt so eine doppelte Problematik zugrunde: die Vermischung der Rollen von Historiker und Museum einerseits, die Betonung des Primats der Einheit der Schweiz in deren Geschichte andererseits. Letzteres ist auch im neuen – in meinen Ohren sonderbar rückständig klingenden – Namen "Nationalmuseum" reflektiert. Es steht wohl ausser Zweifel, dass zwischen der wissenschaftlichen und darstellerischen Arbeit der Historiker und der Aufgabe, die ein historisches Museum zu erfüllen hat, wesentliche Unterscheide bestehen. Beide Arbeitsformen – die durchaus von ein und derselben Person durchgeführt werden können – haben ihre genuinen Regeln und Möglichkeiten. So gehört es zur Aufgabe der Fachhistoriker, die Masse der Überlieferung äufnen, zu ordnen, mit zielgerichteten Fragestellungen zu durchdringen, eine angemessene Auswahl zu treffen, in ihrer Vermittlung an ein Fachpublikum über die methodische Vorgehensweise zu reflektieren und offen zu legen, wie die vermittelte Erkenntnis generiert worden ist. In der Vermittlung an ein breiteres Publikum ersetzt in der Regel – neben der Korrektheit der Aussage – die genaue, sorgfältige Begrifflichkeit die methodische Reflexion. Sie ermöglicht ihrerseits den Fachgenossen, die Plausibilität und den Gehalt auch eines "populären" Werks zu überprüfen. Die Kompetenz des Museums liegt im Wissen um die mediale Aussagekraft eines Objekts, um die Wirksamkeit von Bildern und in der Fähigkeit, Bilder und Objekte durch Gruppierung, Reihung, Gegenüberstellung, Inszenierung zu einer Erzählung zu verbinden. Beide Kompetenzbereiche sollten nicht vermischt, wohl aber in einen fruchtbaren Diskurs gebracht werden, in dem beide Seiten auf die fachliche Kompetenz der anderen Seite vertrauen. Damit verknüpft ist die zweite Grundproblematik. Die Leitung des Nationalmuseums bestimmt, was die Geschichte der Schweiz sei und wie diese zu erzählen sei. Sie hat sich dafür entschieden, in drei thematischen Blöcken das Leben und Verhalten "der Schweiz" darzustellen. Aber ist diese Entscheidung gerechtfertigt? Die Frage, ob eine Charakterisierung der "Schweiz" die Einheit oder die Vielfalt betonen soll, hat seit dem 15. Jahrhundert all jene umgetrieben, welche dieses Konglomerat von Einzelstaaten in kurzen Worten zu fassen suchten. Von den italienischen Gesandten des ausgehenden 15. Jahrhunderts zu den Boten der Eidgenossen beim französischen König über die Staatstheoretiker der frühen Neuzeit bis hin zu den Machern des Bundesstaats – alle ihre Antworten betonten immer beides: die Eigendynamik der Kommunen und die Rolle der gesamthaft gemachten Beschlüsse. Dem um 1500 entwickelten Bild des Wappenkranzes – von dem im Landesmuseum übrigens ein wunderschönes Beispiel in Form einer illustrierten Darstellung der Bundesverfassung vorliegt – fasst dieses Konzept hervorragend. Eine Darstellung der Schweizer Geschichte, sei sie in Buchform oder in der Dauerausstellung eines nationalen Museums, die diese grundlegende Charakteristik der Schweiz ausser Acht lässt, ist historisch falsch. Der Wunsch nach der "Mastererzählung", welche das Informations- und Orientierungsbedürfnis der imaginierten Besucher auf einfache Weise befriedigt, ist zwar verständlich. Der dafür gewählte Weg führt aber in die Irre. Verkürzt ausgedrückt: "Föderalismus", nicht "Konkordanz" muss im Mittelpunkt einer Darstellung der Geschichte der Schweiz stehen als das grundlegende, das langfristig wirksame Prinzip. Und damit wären wir erneut beim Entscheid der Museumsleitung, in der Dauerausstellung nicht primär auf Objekte aus dem eigenen Fundus abzustützen, sondern diese bei Bedarf heranzuziehen. Persönlich bin ich der Ansicht, in einem historischen Museum müssten vor allem originale Objekte ausgestellt sein, da die emotionale Aussagekraft des "Echten" eine Wirkung erzielt, wie sie mit Kopien, Bildern oder auch mit Beschreibungen nicht erreicht werden kann. Die "Zürichlastigkeit" der Sammlung ist bekannt, sie ist historisch bedingt. Dennoch liesse sich aus der Not eine Tugend gemacht werden, indem genau diese Tradition mit thematisiert wird. Schliesslich ist der Streit um den Standort des Landesmuseum exakter Ausdruck dieses grundlegenen Prinzip schweizerischer Staatlichkeit – genau so wie der Museumsbau selbst, der mit der Vereinigung von architektonischen Elementen aus allen Teilen der Schweiz sozusagen eine gebaute "Einheit durch Vielfalt" verkörpert. Die Debatte von Geschichtswissenschaft und Museum soll auf gleicher Augenhöhe stattfinden, mit gegenseitigem Respekt vor dem Fachwissen und der spezifischen Kompetenz des Partners! Die Vorschläge von Roger Sablonier zur Strukturierung der Museumslandschaft der Schweiz ebenso wie zu einer fachgestützten Geschichtsdarstellung in der musealen Vermittlung sind ernst zu nehmen.
Die neue Ausstellung im Landesmuseum sind in zwei Aspekten bemerkenswert. Die Ausstellungsmacher und -macherinnen wagen sich in subjektiver Weise ans Thema heran. Sie erzählen Ihre Geschichtsinterpretation. Die vorreformatische Zeit beispielsweise wird auf die drei Aspekte Ordnung, Volksfrömmigkeit, Hexenverfolgung reduziert. Eine Einteilung, die falscher nicht sein könnte. Die Reduktion und Zuspitzung ist ein Zeichen von Qualität einer Ausstellung. Die Ausstellungsmacher zeigen ihre Meinung. Die Besucher können sich daran reiben, wie ich mich daran reibe. Die Ausstellungsmacher haben sich nicht hinter einer wissenschaftlichen Auslegeordnung versteckt, die in einer Ausstellung ausgewogen und langweilig ist. Dafür eignet sich das Buch besser. Die Ausstellungsmacher hatten den Mut zur Lücke. Der Artikel von Roger Sablonier in der NZZ vom 30. Dezember 2010 zählt in korrekterweise auf, was alles fehlt. Die Ausstellungsmacher könnten dies als Kompliment auffassen. Sie haben sich in der Auswahl der Themen beschränkt. Trotz dieser Beschränkung verlangt die Ausstellung immer noch sehr viel Vorwissen. Sie richtet sich nicht an ein breites Publikum, noch weniger an Kinder. Am liebsten wäre ich und wahrscheinlich viele andere mal mit den Mythenrad durch die Ausstellung gefahren. Eine noch breitere Abstützung der Ausstellungsmacher mit Fachwissenschaftler würde die Ausstellung zum beliebigen Jekami, zur Geschichtsmustermesse machen, in der viele Meinungen Gehör bekommen, die Lesbarkeit für ein Laienpublikum aber verloren geht. Eine Ausstellung ist ein Massenmedium, das für ein spezifisches Zielpublikum konzipiert und realisiert werden muss. Im Zeitungsjargon ist die Ausstellung zwischen NZZ und Tagi anzusiedeln, spannend und revolutionär wäre eine Ausstellung zwischen Tagi und Blick. Die meisten Ausstellungen in der Schweiz verlangen als Voraussetzung sie verstehen und geniessen zu können mindestens einen Maturitätsabschluss, wie viele Untersuchungen zeigen (Mottaz-Baran. Publikum und Museen in der Schweiz, Bern, 2006)
Im Beitrag von Roger Sablonier vermisse ich eine klare Trennung zwischen ihm als Angesprochener und dem anvisierten Zielpublikum. Wenn er Aspekte mit Recht zu einfach und einseitig kritisiert ist dies zwar korrekt, aber nur von bedingter Relevanz. Spannend wäre eine übergeordnete Analyse der Botschaft, des Geschichtsbilds, das die Ausstellung vermittelt. Was will die Ausstellung uns sagen, auf welchen Geschichtsbildern baut sie auf, wie ist die Ausstellung in der Identitätsbildung einzuordnen. Davon zu trennen ist, wie und an wen dieses Geschichtsbild vermittelt wird. In den spannend zu lesenden, lehrreichen und differenzierten Artikeln von Roger Sablonier zeigt sich in exemplarischer Weise, dass sich (noch) keine etablierte Methodik der Ausstellungskritik herauskristallisiert hat, wie beim Film, Theater, Buch. Es braucht eine Struktur der Kritik, die auf einer Analyse der Botschaft, des Inhalts, der Präsentation aufbaut. Dazu muss die Kritik einen Bezug herstellen für wen die Ausstellung realisiert wurde. Kilian T. Elsasser, Museumsfabrik, Luzern
As a foreigner I do not feel qualified to enter into the debate started by Professor Sablonier over the new Landesmuseum historical display in Zurich, but as an English speaker I would like to make a different point which should be of concern to members of the SSG. This concerns the standard of English used in the captions. While this is not wholly bad, it often falls short of the levels achieved by the captions in the three national languages. And, if English is to be the fifth national language (and why are there no Romanche captions or, indeed, any mention of the Romanche areas ?) why cannot it be good English ?
In Zurich the overall style is distinctly lifeless and wooded, and looses the passion shown in the originals. The wrong tense is often used and there is the odd spelling mistake Moreover, there some odd translations such as ‘power clusters’ for the squares or phalanx formations used by late mediaeval Swiss pikemen. This would be incomprehensible to many ordinary readers and would be confusing to political scientists for whom the term has a very different meaning. Such failings are, I am sad to say, anything but unusual but it is sad that they have been repeated in such a high profile environment which, as I heard myself, attracts many English speakers. This said, I enjoyed the exhibition and thought it well done in the main. However, I was surprised at the lack of emphasis on the population movements of the Dark Ages. And, as a former student of 1830 in Europe, I cavilled at the bald claim that the Regeneration was simply the product of the July Days. Switzerland’s internal dynamics deserved more recognition, especially where Ticino is concerned. Clive H Church Emeritus Professor of European Studies, University of Kent, UK
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